Neun effektive Strategien gegen Stress

Selbstmanagement:

Von Heidi Grant Halvorson
18. März 2013

Sie stehen unter hohem Druck - manchmal ist dieses Gefühl so stark, dass Sie fürchten, die Qualität Ihrer Arbeit könnte darunter leiden. Es ist so gut wie unmöglich, heute berufstätig zu sein, ohne Phasen größter Beanspruchung zu erleben. Der Unterschied zwischen den Erfolgreichen und den weniger Erfolgreichen besteht nicht darin, ob sie Stress spüren oder nicht. Sondern darin, wie sie damit umgehen.

In meinem Buch "Nine Things Successful People Do Differently" habe ich über die Strategien der Erfolgreichen geschrieben. Daran angelehnt sind hier neun wissenschaftlich abgesicherte Strategien, um mit Stress fertigzuwerden (In der neuen Ausgabe 4/13 desHarvard Business Manager beschreibt Heidi Grant Halvorson, wie Motivation und Persönlichkeit zusammenhängen. Lesen jetzt die Ausgabe digital, oder bestellen Sie hier ihr gedrucktes Exemplar).

Stress im Alltag: Auf die richtigen Techniken kommt es an
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Stress im Alltag: Auf die richtigen Techniken kommt es an

1. Haben Sie Mitgefühl - für sich selbst

Es geht darum, eigene Fehler mit Nachsicht und Verständnis zu betrachten, ohne destruktive Kritik. Studien zeigen, dass Menschen mit dieser Einstellung glücklicher, optimistischer, weniger ängstlich und deprimiert sind. Das ist nicht überraschend. Aber der entscheidende Punkt ist: Sie sind auch erfolgreicher. Die meisten Menschen glauben, dass wir hart zu uns selbst sein müssen, um Höchstleistungen abliefern zu können. Aber wie es aussieht, ist das völlig falsch. Wenn Sie die richtige Einstellung haben, werden Sie auch in intensiven Phasen weniger Stress spüren und Ihre Leistung verbessern, weil Sie in der Lage sind, aus Ihren Fehlern zu lernen. Erinnern Sie sich daran: Irren ist menschlich.

2. Denken Sie an das große Ganze

Alles was Sie tun, kann von mehreren Seiten betrachtet werden. Erst dann ergibt sich das gesamte Bild. Ein Beispiel: Körperliches Training kann abstrakt betrachtet werden, etwa durch seinen Zweck: Sie trainieren "um gesünder und besser zu werden". Training kann aber auch konkret verstanden werden, nämlich zum Beispiel als "Drei Kilometer laufen" - dies wäre eine Beschreibung des "Wie". Ihre Arbeit in Gesamtkontext zu sehen, kann Sie in Zeiten großer Beanspruchung stärken, weil Sie eine kleine Handlung oder Aufgabe mit einem höheren Sinn verbinden können. Eine scheinbar unwichtige Aufgabe erhält so eine ganze andere Bedeutung. Wenn Sie zum Beispiel nach einem anstrengenden Tag eine Stunde länger im Büro bleiben und dies als Investition in Ihre Karriere sehen (anstatt bloß die 60 zusätzlichen Minuten zu sehen, in denen Sie E-Mails beantworten), werden Sie motivierter sein, dran zu bleiben und hart zu arbeiten.

3. Entwickeln Sie Routinen

Wenn Sie die Hauptquellen für Stress in Ihrem Berufsleben nennen sollten, würde Ihre Antwort wahrscheinlich so ausfallen: Knappe Fristen, hohe Arbeitsbelastung, Bürokratie oder Ihr furchtbarer Chef. Wahrscheinlich würden Sie nicht sagen: "Zu viele Entscheidungen." Die meisten Menschen sind sich nicht im Klaren darüber, dass dies eine wichtige Quelle für Stress in ihrem Leben ist. Jedes Mal, wenn Sie eine Entscheidung treffen müssen - egal, ob Sie einen neuen Mitarbeiter einstellen wollen, wann ein Meeting stattfinden soll oder was Sie heute zu Mittag essen - versetzen Sie sich in eine mentale Anspannung, die Stress erzeugt.

Die Lösung besteht darin, die Zahl der Entscheidungen zu reduzieren. Dazu sollten Sie tägliche Routinen entwickeln. Wenn Sie etwas jeden Tag tun müssen, tun Sie es möglichst jeden Tag zur selben Zeit. Sie sollten zum Beispiel eine Routine haben, mit der Sie sich morgens auf den Tag vorbereiten und eine für den Abend. Einfache Routinen können Ihren Stresslevel stark reduzieren. Der US-Präsident Barack Obama, von dem wir annehmen können, dass er eine ganze Menge über Stress weiß, hat kürzlich in einem Interview über diese Strategie gesprochen:

"Es geht darum, sich in seinem Leben möglichst von alltäglichen Problemen zu befreien, für die viele Menschen täglich viel Energie aufwenden…Wie Sie sehen, trage ich ausschließlich graue oder blaue Anzüge. Ich versuche, die Zahl meiner Entscheidungen zu reduzieren. Ich möchte nicht entscheiden, was ich esse oder welche Kleidung ich trage. Denn ich habe täglich viele andere Entscheidungen zu treffen. Sie müssen mit Ihrer Energie, Entscheidungen zu treffen, haushalten. Sie müssen selbst Routinen entwickeln. Sie können nicht durch den Tag gehen und sich von Nebensächlichkeiten ablenken lassen."

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