Mehr Energie für Ihre Mitarbeiter

Motivation:

Von Tony Schwartz
5. Dezember 2012

Motivation: Führungskräfte sollten sich selbst als Energie-Manager verstehen
Corbis

Motivation: Führungskräfte sollten sich selbst als Energie-Manager verstehen

Was würde Ihnen am stärksten dabei helfen, sich bei Ihrer Arbeit glücklicher und produktiver zu fühlen? Wie wäre es zum Beispiel, wenn Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber wirklich gut aufgehoben und gewertschätzt fühlen würden? Wenn Sie sicher wären, dass Ihnen Ihr Arbeitgeber voll und ganz vertraut?

Mehr als 100 Studien haben den Zusammenhang zwischen Engagement und Leistung von Arbeitnehmern beleuchtet. Aber die in diesem Jahr erschienene Studie "Towers Watson 2012 Global Workforce" zeigt wohl am eindrucksvollsten, wie unsere Zufriedenheit am Arbeitsplatz mit unserer Leistung korreliert. Für die Untersuchung wurden 32.000 Arbeitnehmern in 30 Ländern befragt.

Die Studie zeigt, dass das klassische Verständnis von Engagement - die Bereitschaft, sich nach eigenem Ermessen im Job zu engagieren - nicht länger ausreicht, um Top-Leistungen zu erbringen. Denn in der Wirtschaftswelt steigt die Nachfrage nach Leistung und der Qualitätsanspruch stetig. Das Problem ist: Die bloße Bereitschaft garantiert nicht die Fähigkeit, etwas zu tun.

Was die Wirtschaft heute benötigt, ist "nachhaltiges Engagement". Der Schlüsselfaktor dafür ist laut der Studie eine Arbeitsumgebung, die Arbeitnehmer in die Lage versetzt, die besten Leistungen zu erbringen.

Solche Unternehmen stellen sicher, dass die Arbeitnehmer sich körperlich, emotional und sozial wohl an ihrem Arbeitsplatz fühlen. Ich würde dazu noch das mentale und spirituelle Wohlbefinden hinzuzählen - also die zusätzliche Energie, die aus Konzentration resultiert und die Überzeugung, eine sinnvolle Arbeit zu erledigen.

"Die meisten Arbeitgeber konzentrieren sich auf das körperliche Wohlbefinden der Belegschaft. Typischerweise arbeiten sie mit Belohnungen oder Strafen als Anreize, um Menschen zu gesundheitlich verantwortlichen Verhalten zu motivieren. Etwa körperliches Training, gute Ernährung oder die effektive Behandlung einer chronischen Krankheit", heißt es in der Studie. "Diese Maßnahmen sind wichtig, aber Arbeitgeber müssen einen Schritt weitergehen, wenn sie die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter erhalten wollen und die Diskussion um Energie und Arbeitsplatz auf eine breitere Basis stellen wollen."

Wenn sie das tun, sind die Folgen nicht weniger als atemberaubend.

In einer Untersuchung von 50 global operierenden Unternehmen fand Towers Watson heraus, dass Unternehmen mit niedrigen Werten beim Mitarbeiter-Engagement im Schnitt eine Umsatzrendite von weniger als zehn Prozent aufwiesen. Unternehmen, die bei diesem Test normale Werte erzielten, hatten eine leicht höhere operative Marge von 14 Prozent. Jene Unternehmen mit den höchsten Werten beim "nachhaltigen Engagement" hatten dagegen durchschnittlich im Jahr eine Umsatzrendite von 27 Prozent.

Vierzig Prozent der Arbeitnehmer aus der Gruppe der wenig engagierten sagten, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit in den nächsten beiden Jahren ihren Arbeitgeber wechseln würden. Bei den normal engagierten Mitarbeitern lag dieser Wert bei 24 Prozent, bei den engagiertesten Leuten waren es dagegen nur 18 Prozent.

Seite
1
2
Artikel
Kommentare
3
Unregistriert 06.12.2012

Wenn man den Text durchließt könnte man zumindest die 1. Seite auch auf eine Hühnerfarm etc. übertragen. Artgerechte Haltung und Kraftnahrung für ein besseres Produkt. Weiters möchte ich anmerken, dass Live long learning zwar seit Ewigkeiten propagiert wird, aber es nur in den höchsten Ebenen einen finanziell merkbaren Mehrwert hat. Ich studiere "nebenbei" aus Spaß, da ich davon keinen finanziellen Mehrwert erwarten kann. Ganz im Gegenteil, Leute die zuerst fertigstudiert haben und später ins Berufsleben eingestiegen sind verdienen trotz höherer Ausbildung allein aufgrund des späteren Berufseinstieges bis zu 30% weniger - bei gleichem Alter. (Abgesehen von denen, deren Eltern Sie in entsprechende Positionen vermittelt haben). Weiters möchte ich noch anmerken, dass heute Aufgaben an Akademiker vergeben werden, die bis vor wenigen Jahren noch von Sekretärinnen mitgemacht wurden. Ist das Niveau, bzw. die menschliche Intelligenz so gefallen? Aber das sind natürlich alles subjektive Beobachtungen. Ich für meinen Teil wäre in einem Konzern schon glücklich, wenn die Prozesse so aufgestellt wären, dass wirklich nur die "wichtigen" Leute mitentscheiden und der administrative Overhead um wirklich alles "mess- und steuerbar" zu machen sich verringern würde. In vielen Firmen würden da sicher 20 % der Belegschaft wegfallen, und zwar häufig die richtig Teuren. Viel Glück bei der Orientierung an den Studien. Beste Grüße

Gudrun Happich 07.12.2012

Das richtige Umfeld
Danke für den tollen Beitrag! „Companies are running 21st-century businesses with 20th-century-work-place practices and programs” Dieser Satz aus der zitierten Studie trifft den Nagel auf den Kopf. Sehr gut gefällt mir das Bild eines Energie-Managers. Es ist schon interessant: Wir Menschen hegen und pflegen unsere Pflanzen und wissen, dass sie bestimmte Rahmenbedingungen brauchen, um optimal gedeihen zu können. Wenn wir dieses einfache Prinzip auf das Management übertragen würden, wäre schon viel erreicht. Wir alle brauchen wie eine Pflanze ein spezifisches Umfeld, um unsere Leistungsfähigkeit voll abrufen zu können. Ich denke, jeder Mensch sollte sein ideales Setup kennen. Und jedes Unternehmen, jede Führungskraft dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen möglichst flexibel und individuell gestaltet werden können. Nur so gedeihen künftig dauerhaft Innovationskraft und Höchstleistung.

Christoph Burger 10.12.2012

Respekt bringt Gewinn
Eine schöne Nachricht: Wenn Unternehmen eine gute work-life-balance herstellen und die Führungskräfte ihre Mitarbeiter respektieren, machen sie auch mehr Profit! Da kommt doch alles zusammen, was zusammen gehört - richtiggehend adventlich. Hoffentlich verbreitet sich die frohe Botschaft nachhaltig!

Diskussionsregeln

Wir freuen uns über lebendige, konstruktive und inspirierende Diskussionen auf HBM Online. Um die Qualität der Debattenbeiträge sicherzustellen, werden unsere Moderatoren jeden Beitrag prüfen. Eine Nutzung der Kommentarfunktion zu kommerziellen Zwecken ist nicht erlaubt. Beiträge mit vorwiegend werblichem, strafbarem, beleidigendem oder anderweitig inakzeptablem Inhalt werden von unseren Moderatoren gelöscht.

© Harvard Business Manager 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
ANZEIGE
Folgt uns auf Facebook
Nach oben