Fünf Regeln für gute Präsentationen

Selbstmanagement:

Von Nancy Duarte
5. November 2012

Bei einer Präsentation kann Ihr Publikum nicht zuhören und gleichzeitig detaillierte, textlastige Folien lesen (zumindest nicht, ohne wichtige Teile Ihrer Botschaft zu verpassen). Deshalb sollten Sie sicherstellen, dass Ihre Folie den von mir so bezeichneten "Augenschein-Test" bestehen: Die Leute sollten in der Lage sein, die Folie innerhalb von drei Sekunden nachzuvollziehen.

Sie sollten Ihre Folien als Reklametafel verstehen: Wenn Menschen mit dem Auto unterwegs sind, dann konzentrieren sie sich in der Regel auf die vor ihnen liegende Straße. Werbetafeln am Rande der Straße schauen sie nur für sehr kurze Zeit an. Genauso sollte sich Ihr Publikum genau darauf konzentrieren, was Sie zu sagen haben. Es sollte nur einen kurzen Blick auf Ihre Folien werfen und sich dann wieder mit voller Konzentration Ihnen und Ihrer Botschaft zuwenden.

Halten Sie es einfach

Studien zeigen, dass Menschen am effektivsten Zusammenhänge verstehen, wenn Folien frei von irrelevanten Wörtern, Grafiken, Animationen oder Sounds sind. Viele zusätzliche Features reduzieren tatsächlich den transportierten Inhalt, weil sie als Ablenkung wirken. Sie überfordern die kognitiven Ressourcen des Publikums.

Präsentation: Sie sollten die kognitiven Ressourcen Ihres Publikums nicht überfordern
Harvard Business Review

Präsentation: Sie sollten die kognitiven Ressourcen Ihres Publikums nicht überfordern

Sie sollten also einen sehr guten Grund haben, wenn Sie zusätzliche Elemente auf Ihre Folien bringen möchten: Benötigt Ihr Publikum wirklich auf jeder Folie das Logo Ihres Unternehmens um nicht zu vergessen, für wen Sie arbeiten? Trägt diese hübsche geschwungene blaue Linie in irgendeiner Weise zu Ihrer Botschaft bei? Wenn nicht, raus damit. Dasselbe gilt für Text. Halten sie es kurz und übersichtlich. Nutzen Sie eine möglichst große Schrift, damit auch die Leute in der letzten Reihe die Folien lesen können.

Es ist auch wichtig, dass Sie innerhalb Ihrer Folien einen konsistenten visuellen Stil beibehalten. Wählen Sie eine Schriftart aus - maximal zwei. Nutzen Sie die selben Farben bei allen Ihren Folien (und beschränken Sie sich dabei auf drei komplementäre Farben, zuzüglich ein paar neutrale Farbtöne, wie grau oder ein blasses blau). Fotos sollten von nur einem Fotografen stammen oder zumindest so aussehen. Dasselbe gilt für Illustrationen.

Bitte lesen Sie den Artikel in der Fotostrecke weiter - dort finden Sie fünf Gestaltungstipps für gelungene Folien.

Zur Autorin
Nancy Duarte ist Autorin des Buches "HBR Guide to Persuasive Presentations". Davor hat sie zwei preisgekrönte Bücher zum Thema geschrieben, nämlich "Slide:ology" und "Resonate". Ihr Unternehmen "Duarte Inc." hat über eine Viertelmillion Präsentationen für Kunden erstellt und bietet Workshops für Privat- und Firmenkunden an. Sie twittert unter @nancyduarte.
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Artikel
Kommentare
4
H0wkeye 06.11.2012

Eine Regel für einen guten Artikel
Wenn ich in einer Überschrift Fünf Regeln ankündige, dann sollten diese auch einfach zu finden sein. Ich muss gestehen, dass mir diese selbst bei genauerem Hinsehen nicht klar geworden sind. Was den Inhalt angeht, so halte ich den Artikel für eher oberflächlich, teilweise auch falsch. Was völlig fehlt ist die Dramaturgie, die eine Präsentation haben muss. Was meiner Meinung nach komplett falsch ist, ist die Warnung vor dem Einfügen des Firmenlogos. Das hat mehrere Gründe: 1. Wird man häufig dazu aufgefordert sein, seine Präsentation als E-Mail nachzuschicken oder als Handout in ausgedruckter Form bereitzustellen. Dann sollte ein Firmenlogo auf jeder Folie sein, damit auch Einzelseiten, die dann später vielleicht in irgendeinem Umlauf sind, dem Autor zugeordnet werden können. 2. Verfügt das menschliche Gehirn über erstaunliche Fähigkeiten, relevantes von irrelevantem zu trennen und letzteres aus der bewussten Wahrnehmung herauszufiltern. Dass es uns nicht bewusst wird, bedeutet aber nicht, dass es nicht wahrgenommen und verwertet wird. Das begründet die außerordentliche Effektivität von Bandenwerbung z.B. beim Fußball. Selbiges darf man sich vom Logo auf der Folie erhoffen. Es geht hier also mitnichten darum, die Zuhörer daran zu erinnern, für wen man arbeitet sondern darum, dass das eigene Unternehmen (über das Logo) mit der Materie und einer Kompetenzanmutung verknüpft werden.

mayconsult 07.11.2012

Interne und externe Präsentationen
Die Autorin ist sicherlich eine Spezialistin und der Ruf nach Einfachheit absolut richtig. Bei internen Präsentationen hat sie recht, da braucht es kein Logo, weil alle zusammen im selben Unternehmen tätig sind und sich kennen. Dennoch ging es mir ähnlich wie HOwkeye. Die angekündigte Gliederung war nicht stimmig und das Logo gehört, wenn auch dezent, bei externen Vorträgen dazu. Präsentationen dienen immer auch der eigenen Werbung und viele Vortragende stellen ihren Beitrag später als PDF zu Verfügung. Dies dient als erster Schritt im Rahmen eines Vertrauensaufbaus, gerade wenn man sich bisher nicht kannte. Die PDF hat die Funktion eines wertvollen kleinen Geschenks und signalisiert dem Beschenkten, dass er Wertschätzung genießt. Zur Dramaturgie: Präsentationen dienen für mich vor allem der Sachinformation, wo eine Dramaturgie weniger notwendig ist. Will ich das Publikum von etwas emotional überzeugen, dann kann ein Verzicht auf PP bzw. der Einsatz nur sehr weniger, aber starker Bilder und effektiver Körperspräche der bessere Weg sein. Michael May

H0wkeye 07.11.2012

Zitat von mayconsultDie Autorin ist sicherlich eine Spezialistin und der Ruf nach Einfachheit absolut richtig. Bei internen Präsentationen hat sie recht, da braucht es kein Logo, weil alle zusammen im selben Unternehmen tätig sind und sich kennen. Dennoch ging es mir ähnlich wie HOwkeye. Die angekündigte Gliederung war nicht stimmig und das Logo gehört, wenn auch dezent, bei externen Vorträgen dazu. Präsentationen dienen immer auch der eigenen Werbung und viele Vortragende stellen ihren Beitrag später als PDF zu Verfügung. Dies dient als erster Schritt im Rahmen eines Vertrauensaufbaus, gerade wenn man sich bisher nicht kannte. Die PDF hat die Funktion eines wertvollen kleinen Geschenks und signalisiert dem Beschenkten, dass er Wertschätzung genießt. Zur Dramaturgie: Präsentationen dienen für mich vor allem der Sachinformation, wo eine Dramaturgie weniger notwendig ist. Will ich das Publikum von etwas emotional überzeugen, dann kann ein Verzicht auf PP bzw. der Einsatz nur sehr weniger, aber starker Bilder und effektiver Körperspräche der bessere Weg sein. Michael May
Das stimmt, allerdings sind Daten ohne Sinnzusammenhang keine Informationen sondern eben nur Daten. Ich hatte vor kurzem ein Erlebnis, wo ein Schauspieler einen über einstündigen Vortrag über Körpersprache hielt. Die "Dramaturgie" bestand darin, beim Gesicht anzufangen, dann über die Arme zu den Füßen zurück zum Kopf zu gehen. Ich hatte mich wirklich auf den Vortrag gefreut, weil ich das Thema hochinteressant und für meinen Beruf wichtig finde. Aber so wie ich ihn erleiden musste, habe ich nach ca. einer halben Stunde nicht einmal mehr zugehört. Das Fazit eines Kollegen von mir war: "Ich habe an der UNI Mathematikvorlesungen erlebt, die spannender waren." - Er hat keine Affinität zu Mathematik. Ich bin der Meinung, dass es ein Auditorium verdient, dass es seinen Bedürfnissen gerecht "an die Hand genommen wird", und dann durch ein Thema auf durchaus unterhaltsame Weise hindurchgeführt wird. Das ist für mich auch eine Frage des Respekts. Das übrigens ist eines der Erfolgsgeheimnisse von Steve Jobs, der in seinen Präsentationen immer einem bestimmten Schema gefolgt ist um die Zuhörer ins Boot zu holen und dort zu behalten.

Raymond 07.12.2012

Die fünf Regeln sind in der Fotostrecke versteckt
@H0wkeye: Die fünf Regeln sind in der Fotostrecke versteckt, zusammen mit Beispielen.

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