Mieser Chef - was nun?

Selbstmanagement:

Von John Beeson
20. August 2012

Ein Chef zum Davonlaufen: Schmeißen Sie nicht direkt alles hin
Corbis

Ein Chef zum Davonlaufen: Schmeißen Sie nicht direkt alles hin

Von Benjamin Franklin, einem der Gründerväter der USA und Erfinder des Blitzableiters, stammt das Zitat: "Nichts im Leben ist sicher, außer dem Tod und den Steuern." Die Parallele im Arbeitsleben besteht darin, dass Sie irgendwann einmal mit einem schlechten Chef konfrontiert sein werden - oder zumindest mit einem Vorgesetzten, der schlecht für Sie ist.

Schlechte Chefs kommen in allen Variationen vor: Ruppig und unsensibel, entscheidungsschwach, inkonsequent und unfair; Mikromanager, die Ihre Leistungs- und Entwicklungsfähigkeit im Keim ersticken oder "Matador-Manager", die jedem komplizierten Problem elegant aus dem Wege gehen. Die Frage ist also nicht, ob Sie einen miesen Chef haben werden. Viel wichtiger ist: Was werden Sie tun, wenn es soweit ist?

Viele Menschen ziehen sich darauf zurück, sich zusammen mit ihren Kollegen zu bemitleiden, wenn sie mit einem schlechten Chef konfrontiert sind. Oder sie entwickeln eine "Auch das wird vorübergehen"-Einstellung. In ganz extremen Fällen verfallen sie auf die Idee, sich schleunigst einen neuen Job in einer anderen Firma zu suchen - oftmals mit negativen Konsequenzen.

Um besser mit einem miesen Chef klarzukommen, müssen Sie sich einigen wichtigen Tatsachen stellen. Erstens: Ihr Vorgesetzter, egal wie effektiv sie oder er ist, ist ein wichtiger Faktor für Ihre Fähigkeit, gute Leistungen in Ihrer Position zu erbringen. Er spielt auch eine Schlüsselrolle dabei, wie Führungskräfte höherer Ebenen Ihre Leistung und Ihr Potenzial für die weitere Karriere im Unternehmen wahrnehmen.

Zweitens: In den meisten Unternehmen ist es schwierig, wenn nicht sogar unmöglich für Mitarbeiter, einen Vorgesetzten schnell loszuwerden. Wenn Sie etwas nachforschen, werden Sie häufig herausfinden, dass Ihr Vorgesetzter eine bestimmte Fähigkeit hat, die sein Vorgesetzter wertschätzt. Zum Beispiel eine enge Beziehung zu einem wichtigen Kunden. Oder er hat Spezialkenntnisse, über die der Vorgesetzte selbst nicht verfügt. Sie sollten sich nicht von der Situation herunterziehen lassen oder moralische Unterstützung bei ihren ebenfalls betroffenen Kollegen suchen. Versuchen Sie lieber, die Situation zu verbessern.

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Kommentare
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Guido 20.08.2012

Nieten in Nadelstreifen
Ok, man sollte nicht bei jedem Problem davon laufen, aber so wie mein Chef von mir erwartet, auf meinem Fachgebiet auf dem Laufenden zu sein, so erwarte ich das von einen Chef. Es gibt sie zu Hauf: irgendwann mal irgendwie Personalverantwortung bekommen und im gleichen Moment jede Form von Weiterbildung eingestellt. Oder noch schlimmer: Irgendwelche Führungskräfte Seminare besucht, von Dozenten die immer noch nicht begriffen haben, dass der Taylorismus im 21 Jahrhundert ausgedient hat. Ganz im Ernst: nichts ist für einen selbst und seine Karriere schädlicher, als ein mieser Chef. Wer seinen Leuten nichts zutraut wird auch langfristig keine Erfolg haben. Wenn wir möchten, dass diese Nieten in Nadelstreifen aussterben, dann hilft nur die Abstimmung mit den Füßen. Damit keine falschen Vorstellungen aufkommen: ich bin selber Abteilungsleiter.

Unregistriert 20.08.2012

Was tun bei Generationenproblem

Zitat von fsadminGeht Ihnen Ihr Vorgesetzter auf die Nerven, und würden Sie am liebsten alles hinschmeißen und sich einen neuen Job suchen? Mit den richtigen Strategien können Sie lernen, eine bessere Arbeitsbeziehung zu Ihrem Chef aufzubauen. http://www.harvardbusinessmanager.de/meinungen/artikel/a-845528.html
Wenn junge Leute plötzlich Chef von wesentlich Älteren werden, haben häufig beide ein großes Problem: Für den älteren Mitarbeiter hat der junge zu wenig Ahnung, verdient trotzdem mehr (ärgerlich) und der jüngere spürt die mangelnde Autorität, dass er vielleicht nicht ernst genommen wird. Häufig wird der Ältere dann hinausgemobbt. Statt dass beide ihre Rolle und Funktion in der Hierarchie akzeptieren und denken, wir sind alle in einem Boot und helfen uns gegenseitig, verschwenden sie ihre Energie, da sie mehr oder unbewußt sich gegenseitig bekämpfen. Das erlebe ich immer wieder.

Unregistriert 20.08.2012

na schön,
klar kann man Strategien finden auch mit einem schwierigen Chef/in umzugehen. Dass dann der Spieß umgedreht wird, nämlich man dem Chef ermöglicht seinen Job zu machen, ist leider allzu häufig der Fall. Das Ganze lebt dann von dem nicht zu leugnenden Machtgefälle. Kann natürlich auch ein nettes Gefühl sein, so einen Chef geknackt zu haben, man kann es sportlich sehen, und die eigenen Zielsetzungen überdenken, aber das Ganze ist irgendwie langweilig: Statt für Ziele zu arbeiten den Chef pampern.

Unregistriert 21.08.2012

Das ist ja alles gut und schön, aber wieso wird vor allem immer von den Mitarbeitern eine Anpassung verlangt und nicht dasselbe von einem Chef? Ein mieser Chef braucht keine Opportunisten, die ihm im vorauseilenden Gehorsam das bestmögliche Arbeitsumfeld schaffen, sondern vielleicht nur einmal die klare Ansage, daß er ein mieser Chef ist. Und zwar von so vielen unabhängigen Mitarbeitern, wie möglich. Im Zweifel sollte am Ende auch einmal der Chef ausgetauscht werden. Wenn Arbeitnehmer entlassen werden, wird immer das vollends zerrüttete Vertrauen bemüht, im umgekehrten Fall ist aber niemals die Rede davon.

Unregistriert 26.08.2012

Wie soll das gehen ?
Ist es denn möglich auch mit einem cholerischen, schreienden und stehts misstrauischen Chef umzugehen? Er vernachlässigt auch seine Arbeitgeberpflichten. Die Arbeitsplätze sind alles andere als ergonomisch und teilweise sogar gefährlich (giftige Dämpfe). Das wird dann einfach mit Geldmangel abgetan. Er selber lebt aber in Saus und Braus und ist dann noch so blöd damit zu bluffen. Ich komme damit nicht klar und es wird immer wie schlimmer. Ich würde wirklich am liebsten alles hinschmeissen. Da ich aber schon 51 bin und einen seltenen Beruf habe stecke ich in einer Sackgasse. Ich suche seit jhren verzweifelt nach einer Lösung.

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