Neun Schritte zum Erfolg

15. Februar 2012

2. Teil: Alle möglichen Fähigkeiten sind erlernbar

4. Seien Sie ein realistischer Optimist. Wenn Sie sich ein Ziel setzen, sollten Sie um jeden Preis positiv denken und davon ausgehen, erfolgreich zu sein. Vertrauen in den eigenen Erfolg ist enorm wichtig für Ihre Motivation. Aber was immer Sie tun: Unterschätzen Sie niemals, wie schwer es sein wird, Ihr Ziel zu erreichen. Die meisten lohnenden Ziele erfordern Zeit, Planung, Anstrengung und Beharrlichkeit. Naivität und der Glaube, dass alles leicht und ohne Anstrengung möglich sei, lassen Sie, so zeigen Studien, unvorbereitet für das, was Ihnen bevorsteht. Es erhöht signifikant die Wahrscheinlichkeit zu scheitern.

Zur Autorin
Heidi Grant Halvorson, Ph.D. ist stellvertretende Direktorin des Motivation Science Center an der Columbia University Business School und Autorin der Bücher Nine Things Successful People Do Differently und Focus: Use Different Ways of Seeing the World to Power Influence and Success. Folgen Sie ihr auf Twitter unter @hgalvorson..

5. Arbeiten Sie an Ihren Fähigkeiten. Es ist gut zu glauben, Sie hätten die Fähigkeit, Ihr Ziel zu erreichen. Aber das gilt auch für den Glauben, dass Sie sich diese Fähigkeit aneignen können. Viele von uns glauben, dass unsere Intelligenz, unsere Persönlichkeit und unsere körperliche Verfassung nicht zu verändern seien - was immer wir auch tun, wir werden uns nicht verbessern. Daraus folgt, dass wir uns auf Ziele konzentrieren, mit denen wir uns bestätigen - nicht aber darauf, neue Fähigkeiten zu entwickeln und uns anzueignen.

Zum Glück zeigen jahrzehntelange Untersuchungen: Es ist komplett falsch zu glauben, die Leistungsfähigkeit sei unveränderbar - alle möglichen Fähigkeiten sind beeinflussbar. Nehmen Sie die Tatsache an, dass Sie sich ändern können. Das wird Ihnen helfen, besser zu entscheiden und Ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Menschen mit Zielen, bei denen es eher darum geht, besser zu werden, als gut zu sein, nehmen Schwierigkeiten in Kauf. Sie genießen den Weg genauso wie das Ziel.

6. Haben Sie Mumm. Mumm ist die Bereitschaft, sich langfristig Ziele zu setzen und bei Schwierigkeiten nicht aufzugeben. Menschen mit Einsatzbereitschaft, auch das bestätigen Studien, erreichen ein höheres Bildungsniveau in ihrem Leben, und erzielen einen höheren Notendurchschnitt auf der Hochschule. Diese Eigenschaft lässt Kadetten ihr erstes, anstrengendes Jahr in West Point überstehen, der berühmten Militärakademie der Vereinigten Staaten. Tatsächlich lässt sich anhand dieser Eigenschaft vorhersagen, bis zu welcher Runde es die Teilnehmer beim "Scripps National Spelling Bee" schaffen werden, dem größten nationalen Buchstabier-Wettbewerb in den USA.

Die gute Nachricht lautet: Wenn Sie bislang wenig Mumm hatten, können Sie an sich arbeiten. Menschen, denen es an dieser Eigenschaft mangelt, glauben oft, ihnen fehlten einfach die angeborenen Fähigkeiten erfolgreicher Menschen. Wenn das Ihren eigenen Gedanken nahe kommt…nun, ich kann es nicht positiver formulieren: Sie sind auf dem Holzweg. Wie ich bereits sagte: Einsatz, Planung, Durchhaltevermögen und gute Strategien sind entscheidend für den Erfolg. Dieses Wissen wird Ihnen nicht nur helfen, sich selbst und Ihre Ziele klarer zu sehen. Sie werden sich auch mehr zutrauen - und mehr Mumm entwickeln.

Seite
1
2
3
Artikel
Kommentare
5
Unregistriert 01.03.2012

so nicht!
Als Psychologin sollte die Autorin darüber informiert sein, dass der aktuelle Sachstand bei der Hirnforschung eben gerade von einer relativen Beschränktheit des Willens ausgeht, der dem hier propagierten (und antiquierten) "anything goes" widerspricht. Es ist nicht richtig, dass es "nur "darauf ankommt, was man tut, sondern es kommt sicherlich zu einem nicht unerheblichen Anteil darauf an, wer man ist und dass nicht jeder alles erreichen kann. Ich erlebe hier eine (amerikanisch geprägte) Geisteshaltung, die den nicht erfolgreichen Menschen neben ihrem Scheitern auch noch suggerieren, dass sie sich falsch verhalten haben und es besser hätten machen können. Und möglicherweise ihr ganzes Leben Zielen hinterherlaufen, die sie nicht erreichen können. Ein wenig Demut würde hier gut tun. Nur damit kann man als Motivationstrainerin natürlich kein Geld verdienen. Solche Leute machen sich m.E. schuldig an dem Leiden der Menschen.

zerobrain 02.03.2012

wer, wie, was

Zitat von UnregistriertAls Psychologin sollte die Autorin darüber informiert sein, dass der aktuelle Sachstand bei der Hirnforschung eben gerade von einer relativen Beschränktheit des Willens ausgeht, der dem hier propagierten (und antiquierten) "anything goes" widerspricht. Es ist nicht richtig, dass es "nur "darauf ankommt, was man tut, sondern es kommt sicherlich zu einem nicht unerheblichen Anteil darauf an, wer man ist und dass nicht jeder alles erreichen kann. Ich erlebe hier eine (amerikanisch geprägte) Geisteshaltung, die den nicht erfolgreichen Menschen neben ihrem Scheitern auch noch suggerieren, dass sie sich falsch verhalten haben und es besser hätten machen können. Und möglicherweise ihr ganzes Leben Zielen hinterherlaufen, die sie nicht erreichen können. Ein wenig Demut würde hier gut tun. Nur damit kann man als Motivationstrainerin natürlich kein Geld verdienen. Solche Leute machen sich m.E. schuldig an dem Leiden der Menschen.
In einem gebe ich Ihnen vollkommen Recht: Es kommt nicht darauf an, WAS man tut. Das hat die Autorin auch gar nicht behauptet. Auch hat sie nicht gesagt, dass es egal wäre, WER man ist. Was sie ausführlich dargelegt hat, ist die Frage nach dem "WIE". Und egal WER man ist und WAS man tut: es gibt Erfolgskriterien für erfolgreiches Handeln und die finden sich im Verhalten, in den Ritualen, in den Denkmustern. Dem wiederspricht auch die Hirnforschung nicht. Im übrigen denke ich "Anything goes" ist genauso falsch wie "Nothing goes". "Something goes" wäre korrekt, im Rahmen der Möglichkeiten eines Menschen. Und Möglichkeiten sind erweiterbar. Jederzeit. Es wird "Lernen" genannt.

Unregistriert 15.03.2012

Zitat von zerobrainIn einem gebe ich Ihnen vollkommen Recht: Es kommt nicht darauf an, WAS man tut. Das hat die Autorin auch gar nicht behauptet. Auch hat sie nicht gesagt, dass es egal wäre, WER man ist. Was sie ausführlich dargelegt hat, ist die Frage nach dem "WIE". Und egal WER man ist und WAS man tut: es gibt Erfolgskriterien für erfolgreiches Handeln und die finden sich im Verhalten, in den Ritualen, in den Denkmustern. Dem wiederspricht auch die Hirnforschung nicht. Im übrigen denke ich "Anything goes" ist genauso falsch wie "Nothing goes". "Something goes" wäre korrekt, im Rahmen der Möglichkeiten eines Menschen. Und Möglichkeiten sind erweiterbar. Jederzeit. Es wird "Lernen" genannt.
Danke, das ist eine sinnvolle Ergänzung zu meinem Kommentar. Sie arbeiten genau den wesentlichen Punkt heraus: "...im Rahmen der Möglichkeiten eines Menschen..." Dieser Rahmen wird nach meiner Erfahrung von Motivationstrainern nicht vernünfitg evaluiert und dann besteht die Gefahr, dass die Kunden sich nachher noch schlechter fühlen. Und wichtig ist auch, sich klar zu machen, dass immer eine Unschärfe bleibt, wenn man den Rahmen der Möglichkeiten herausfinden will. Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen: Ich wehre mich dagegen, dass suggeriert wird, dass man automatisch Erfolg hat, wenn man (erfolgreichen) Strategien von anderen übernimmt, ohne den eigenen Rahmen der Möglichkeiten zu berücksichtigen.

Alexander S. 04.01.2013

Die Aufklärung war umsonst
sehr geehrte Frau Unregistriert, immer wenn ich Kommentare wie die Ihren höre, frage ich mich, wer der Herr über meinen Körper, meinen Geist und mein Leben ist? Ich, Es, die Umwelt. Ich kann ihre Kritik an der Autorin nicht verstehen, das was sie sagt hat meine Großmutter auch schon gesagt, sie hat es nur etwas unfeiner ausgedrückt: Wenn man was machen will, muss man seinen Arsch hochbekommen. "Von nichts kommt nichts.", "Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen." All diese Weisheiten hat die Autorin in schöne neue Worthülsen gepackt und verkauft damit ihr Buch. Und? Finde ich allemal besser als die Kümmerer und Entschuldiger, die für jedes menschliche Versagen, Scheitern, Unzufriedensein soziale und gesellschaftliche Ursachen suchen. Warum? Der Mensch ist in aller erster Linie seines Glückes Schmied. Und bitte kommen Sie mir nicht mit sozialen Zwängen, meine Eltern sind ungebildete Unterschicht und arbeiten in schlecht bezahlten Serviceberufen, sie waren weder in der Lage noch hatten sie die Ambitionen meine schulische und akademische "Laufbahn" zu fördern noch zu verfolgen. Ich habe aus eigenen Antrieb, mit einem von der Autorin beschrieben hohen Maß an Selbstdisziplin, studiert und arbeite jetzt sehr erfolgreich. Ach ein Sprichwort habe ich noch: "Es gibt einfach und es gibt richtig!"

Chris S. 20.07.2015

Eine interessante Diskussion in den Kommentaren... ich denke der Kommentar von Herr/Frau Unregistriert ist durchaus moderner und nachhaltiger, als ein "alles geht". Denn es geht beim Nutzen von Potentialen eben darum, diese aufzuspüren und zu fördern. Andreas S., Sie machen meiner Einschätzung nach einen sehr verbreiteten Denkfehler und schliessen von Ihrer Einstellung zum Erfolg einfach auf andere. Ich stimme Ihnen in großen Teilen zu, man muss den A***** hochbekommen und der einfache Weg ist meist nicht der erfolgreichste. Aber die Aussage "... und es gibt richtig" zeigt, dass Sie die Vielfaltigkeit der Gesellschaft und deren Vielschichtigkeit nicht in der Gänze greifen. Denn es gibt nicht immer richtig und falsch.....aber immer "anders". Sonst wäre es ja auch langweilig und ein Computer mit rudimentärem Binärcode könnte die Welt verwalten. Kreativität, Faulheit und Gefühle gehören genau so zum Leben wie Fleiß, Disziplin und Fakten. Ihnen allen eine spannende, erfolgreiche und "lustige" Woche!!

Diskussionsregeln

Wir freuen uns über lebendige, konstruktive und inspirierende Diskussionen auf HBM Online. Um die Qualität der Debattenbeiträge sicherzustellen, werden unsere Moderatoren jeden Beitrag prüfen. Eine Nutzung der Kommentarfunktion zu kommerziellen Zwecken ist nicht erlaubt. Beiträge mit vorwiegend werblichem, strafbarem, beleidigendem oder anderweitig inakzeptablem Inhalt werden von unseren Moderatoren gelöscht.

© 2011 Harvard Business Publishing
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
ANZEIGE
Die neuesten Blogs
Nach oben