Fünf gute Vorsätze für 2012

6. Januar 2012

2. Teil: Machen Sie die Dinge nicht komplizierter, als sie sind

3. Überflüssige Dinge lesen. Ich habe ungefähr ein Dutzend Abonnements von Zeitungen und Magazinen. Das ist das Resultat von verlockenden Angeboten ("Nur zehn Dollar für das ganze Jahr!") und dem Zwang, keine wichtige Information zu übersehen. Aber nach dem einmonatigen Entzug sah ich klarer, welche Lektüre mir tatsächlich etwas brachte - und welche Zeitungen und Magazine eher eine lästige Pflicht waren. Ein Beispiel: Der "New Yorker"erweitert meine Sicht auf die Dinge, auch wenn es kein Wirtschaftsmagazin ist, und ist ein echtes Lesevergnügen. Das protzige Technik-Magazin mit dem verrückten Layout und viel zu kleiner Schrift? Nicht so sehr. Ich sortiere aus und reduziere auf das Notwendige. Von welchen Abonnements können Sie sich trennen?

4. Ineffektive Aufträge annehmen. Am Anfang meiner Karriere war ich darauf aus, einen Fünfjahres-Vertrag zu ergattern, der mit einer Viertel-Million-Dollar dotiert war. Das war ich solange, bis die Realität zuschlug: Es war ein staatlicher Vertrag, voller lächerlicher Meldevorschriften, niedrigen Kostenerstattungsraten und administrativen Schwierigkeiten, die alle Freude und Gewinn der Arbeit zunichte machten. Als das Budget gekürzt und mein Vertrag gekündigt wurde, stellte sich das als Segen heraus. Seit dieser Zeit verzichte ich auf Aufträge, im staatlichen oder privaten Sektor, die für mich mehr Ärger bedeuten, als sie Wert sind.

5. Dinge verkomplizieren. Vor einiger Zeit kam eine Kollegin mit einer Idee auf mich zu. Sie wollte, dass ich an einem Kongress zum Thema berufliche Weiterentwicklung teilnehme. Die Veranstaltung organisierte sie in ihrer Stadt, es sollten viele verschiedene Redner und Berater kommen. Sie schlug vor, alle 14 Tage Telefonkonferenzen abzuhalten in den nächsten acht Monaten, die noch bis zum Kongress vor uns lagen.

"Hast du schon einmal so eine Veranstaltung organisiert?" fragte ich. "Kannst du wirklich die Teilnehmer dafür gewinnen? Warum untersuchst du nicht erstmal die Nachfrage für so etwas?" Als sich die Pläne für die Veranstaltung in Luft auflösten, realisierte ich, dass ich ungefähr die Arbeit einer halben Woche eingespart hatte - für nutzlose Telefonkonferenzen - indem ich darauf bestanden hatte, dass die Veranstaltung "real" sein müsste bevor wir Zeit dafür investieren.

Wie Eric Ries in seinem Buch "The Lean Startup" zeigt, macht es keinen Sinn, das beste Computerprogramm oder das beste Produkt der Welt zu produzieren, wenn die Konsumenten es am Ende gar nicht wollen. Testen Sie stattdessen früh und oft um sicherzustellen, dass Sie ihre Zeit nicht verschwenden. Welche Ideen sollten sie testen bevor Sie zu viel investiert haben?

Diese fünf Dinge abzustellen wird mir wahrscheinlich Hunderte von Stunden im neuen Jahr einsparen. Zeit, die ich dazu verwenden kann, mit meinem Geschäft zu expandieren und Dinge zu tun, die wirklich wichtig sind.

Welche Dinge werden Sie abstellen? Und was stellen Sie mit der gewonnenen Zeit an? Diskutieren Sie mit!

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Kommentare
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Schröder-hc-Consult 06.01.2012

hilfreiche Liste den Fokus neu zu schärfen
Dieser kurze Artikel ist seit langem das Beste, was ich über den Bereich Zeitmanagement gelesen habe. Vor allem die Hinweise sich von wenig nutzbringenden Abos zu trennen und erstmal das Interesse am eigenen Angebot zu testen, bevor man viel Zeit für die falschen Dinge verwendet. Das meiste zwar nicht bahnbrechend neu, aber mehr Wert, als nur ein guter Vorsatz zu sein. Wie immer liegt die Herausforderung darin es auch konsequent zu tun. Ich wünsche allen Lesern viel Erfolg und vor allem Durchhaltevermögen!

comesso 06.01.2012

Gar nicht so einfach, sehr wichtiges von dem Rest zu unterscheiden, wenn man permanent online ist und jede Nachricht aufschnappt. Habe seit Ende Oktober meinen ,, Konsum`` von Informationen, die nicht beruflich veranlasst waren, stark reduziert. Ich lebe besser, bin vom Infomüll befreit und wesentlich optimistischer, was die Zukunft anbelangt.

drkarinuphoff 07.01.2012

Selbstmanagement
Der Beitrag gefällt mir gut! So schlicht und doch so effektiv: Zeitmanagment fängt bei den kleinen Änderungen an - die dann auch langfristig beigehalten werden können. Wir haben bei uns beispielsweise eine Ruhearbeitszeit von 10 bis 12 Uhr eingeführt. In dieser Zeit wird nicht telefoniert, werden keine E-Mails geschickt, keine Social Media bedient, keine internen Besprechungen abgehalten. 'Nur' zwei Stunden - und doch schaffen wir jetzt in dieser Zeit manchmal mehr, als sonst am ganzen Tag. :)

Alisa 23.01.2012

müssen gar nicht 5 Vorsätze sein
Ich hab mich von etlichen Newslettern getrennt und fühle mich deshalb nicht schlechter informiert. Stattdessen habe ich den Freiraum gefunden, noch einen Abend pro Woche etwas zu unternehmen. Ich teile auch meine Freizeit-Interessen in kleinere Häppchen, so kommt nichts zu kurz, und wird mal eine Aktivität überzogen, gibt's einen Ausgleich. Es geht, ich hätte es nicht gedacht...

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