Was jeder Manager können muss

Personalauswahl:

Von Daniel Goleman
2. Dezember 2011

Welche Stärken Toptalente auch mitbringen: Die wichtigste Eigenschaft einer Führungskraft ist die soziale Intelligenz
Corbis

Welche Stärken Toptalente auch mitbringen: Die wichtigste Eigenschaft einer Führungskraft ist die soziale Intelligenz

"Wir mussten einen neuen CEO nach nur sieben Monaten feuern", klagte neulich der Verwaltungsratsvorsitzende eines Think Tanks an der amerikanischen Ostküste.

Zum Autor
Stev Edson
Daniel Goleman ist ein international renommierter Psychologe und Wissenschaftsjournalist. Bekannt wurde er durch sein 1995 erschienenes Buch "Emotionale Intelligenz", das in zahlreichen Ländern zum Bestseller wurde. In dessen Nachfolgerwerk "Soziale Intelligenz" stellt er neueste Erkenntnisse zum Thema Leadership vor. 2009 erschien sein Buch "Ökologische Intelligenz", in dem Goleman die Vision aufgeklärter Konsumenten entwirft, die über ihre Kaufentscheidungen Einfluss auf die Unternehmen nehmen.
"Sein Lebenslauf war spektakulär, und in allen Vorstellungsgesprächen machte er einen glänzenden Eindruck. Aber nach ein, zwei Wochen begannen sich die Mitarbeiter zu beschweren. Sie sagten, wir hätten zwar einen hervorragenden Ökonomen engagiert. Er verfüge aber über keinerlei soziale Intelligenz. Bei ihm lief alles über Befehl und Gehorsam."

Der Think Tank ist für seine Arbeit auf erstklassig funktionierende Beziehungen angewiesen zwischen Verwaltungsrat und Mitarbeitern einerseits, Spendern und einer großen Bandbreite von Wissenschaftlern und Politikexperten andererseits. Der CEO musste diese Beziehungen steuern, doch ihm fehlten die zwischenmenschlichen Fähigkeiten, die Führungskräfte zunehmend brauchen.

Im Verwaltungsrat des Think Tanks waren sich die Mitglieder einig, dass ein CEO schnell zum Risiko für die ganze Organisation werden kann, der die Beziehungen nicht geschickt pflegt.

Warum ist ausgerechnet soziale Intelligenz die entscheidende Führungsqualität?

Mitarbeiterführung bedeutet im Grunde nichts anderes, als bestimmte Ziele durch das Handeln anderer Personen zu erreichen. Fachkompetenz und Selbstdisziplin machen jemanden zu einem herausragenden, selbständigen Mitarbeiter.

Um jedoch Menschen führen zu können, sind weitere, interpersonelle Fähigkeiten nötig: Sie müssen gut zuhören, kommunizieren, überzeugen und zusammenarbeiten können.

Das wurde mir wieder einmal bewusst, als ich den Artikel "Machen Sie sich unentbehrlich" (erschienen im Harvard Business Manager, Ausgabe 12/2011) von John H. Zenger, Joseph R. Folkman und Scott E. Edinger von Zenger Folkman, einer Beratungsgesellschaft für Führungskräfteentwicklung in den USA, las.

Die drei führen ausgezeichnete Argumente dafür an, dass Führungsqualitäten einen Synergieeffekt haben. Je mehr unterschiedliche Fähigkeiten ein Chef mitbringt, desto größer ist auch sein Geschäftserfolg.

Seite
1
2
Artikel
© Harvard Business Manager 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
ANZEIGE
Die neuesten Blogs
Nach oben