Karriere durch Sex-Appeal?

Frauen:

Von Gill Corkindale
12. September 2011

Professorin Hakim ist Expertin für Themen wie Frauen in der Arbeitswelt und Theorien über die Position von Frauen in der Gesellschaft. Sie ist nicht die Einzige, die so argumentiert. Nahezu zeitgleich zu Hakims neuem Buch "Erotisches Kapital: Das Geheimnis erfolgreicher Menschen"haben Daniel S. Hamermesh von der Princeton University und Elaine Sciolino ihre Thesen zum Einsatz von Schönheit und Sex-Appeal für die eigene Karriere veröffentlicht.

Hakim argumentiert folgendermaßen: Während wir keinerlei Probleme damit haben, unsere anderen Vorzüge wie Geld (ökonomisches Kapital), Intelligenz und Bildung (Humankapital) und Kontakte (soziales Kapital) zu verwerten, schrecken insbesondere Frauen davor zurück ihr erotisches Kapital einzusetzen.

Weshalb sollte dies ein Problem sein? Frauen, so sagt Hakim, sind charmanter, eleganter in sozialer Interaktion und haben eine höhere soziale Intelligenz als Männer. Nur nutzen sie diese Vorteile nicht. Andererseits haben Männer keine Gewissenbisse, alles für ihre Karriere ins Spiel zu bringen. Sie sind auch weniger verlegen, die Früchte ihrer Anstrengungen zu ernten. Nach Meinung von Hakim sind Frauen zu schüchtern, verlegen, und ambivalent einzugestehen, dass sie nach ihrem Aussehen handeln - und das aus gutem Grund: "Frauen, die ihre Schönheit und ihre sexuelle Ausstrahlung herausstellen, werden als albern, mäßig intelligent und mit anderen ,vielsagenden Attributen' versehen", schreibt Hakim.

Ökonomischer Faktor

Doch Hakim zufolge ist der sogenannte Schönheitsbonus ein wichtiger ökonomischer Faktor in unserer Karriere. Sie zitiert eine US-Studie, wonach gut aussehende Juristen zwischen zehn und zwölf Prozent mehr verdienen als ihre durchschnittlichen Kollegen. Darüber hinaus sagt sie, dass eine attraktivere Person im ersten Anlauf vermutlich leichter einen Job findet und dann weiter gefördert wird.

"Gesellschaften, die auf dem Leistungsprinzip beruhen, sollten eigentlich Intelligenz, Qualifikationen und Erfahrungen bevorzugen. Aber physische Schönheit und soziale Attraktivität bedeuten beträchtliche Vorteile für jede Art soziale Interaktion - es macht die Personen überzeugender, fördert die Kooperation unter Kollegen, zieht Kunden an und verkauft leichter Produkte", schriebt Hakim in einem Beitrag für eine Londoner Zeitung.

Hakim argumentiert weiter, dass der finanzielle Wert von Attraktivität nun genauso hoch wie der von Qualifikationen sei. Viele junge Frauen glauben heute, dass Schönheit genauso wichtig ist wie Bildung. Hakim führt die IWF-Chefin Christine Lagarde als bestes Beispiel für eine Frau an, die ihre Intelligenz, Qualifikationen und ihr erotisches Kapital ausschöpft. Sie hebt aber auch die britische Prominente und das Ex-Model Katie Price als Vorbild hervor, die sich eine erfolgreiche Karriere auf Basis ihres Aussehens aufgebaut hat.

Der Autor

Gill Corkindale ist Trainerin für Führungskräfte und Schriftstellerin in London. Ihr Fokus liegt auf globalem Management und Führungsstil. Sie war Redakteurin im Ressort Management bei der Financial Times.

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Kommentare
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ctc-akademie 20.09.2011

Sollten Frauen ihr natürliches Kapital im Beruf einsetzen?
Nun, ich spreche ein klares "Ja" aus. Da Männer bekanntlich mehr mit den Augen denken, als mit dem Kopf, liegt es an den Männern, wie sie das entsprechend im beruflichen Umfeld zuordnen. Die Schönheit einer Frau, ist immer eine Sache des Betrachters. Wer sich nur von Äußerlichkeiten verführen lässt, darf sich nicht wundern, wenn er die Katze im Sack kauft. Männer können sicherlich ebenso ihre Attribute zur Geltung bringen und ihr natürliches Kapital einsetzen. Sie tun es nur zu selten! Eines dabei ist jedoch sehr wichtig und das gilt für beide Seiten, sowohl für die Spezies Mann und ebenso für die wunderbaren Geschöpfe der Natur, die Damen, bleiben Sie bitte Authentisch und Kongruent auf allen Ebenen.

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