Wer kritisiert, verhindert Erfolg

17. Februar 2009

4. Teil: Weitere Leserkommentare


Kommentar 2:

Sprechblasen eines Vertreters des mechanistischen Weltbildes. Die Verursacher der Krise behaupten die Mittel für die Lösung zu haben - ha ha ha. Leute wie Sie kennen den intelligenteren Weg nicht - wie die Politik und wie Sie mit Ihrem Text beweisen.

Erinnern wir uns: Die Swiss Air wurde vor ihrem Absturz von McKinsey und der HSG beraten - Vertreter des mechanistischen Weltbildes, wie der Verfasser!

W. Schwalm


Dorothee Echter zu Kommentar 2:

Danke für Ihre Aufmerksamkeit und Argumente. Welcher Weg könnte intelligenter sein als ein Prozess, der durch Wertschätzung und Respekt ausgelöst wird - im Management, in der Politik und auch in privaten Beziehungen?


Kommentar 1:

Sie wollen ressourcenorientiert arbeiten. Gut gebrüllt, Löwin. Aber was ist ein wertschätzendes Feedback anderes als eine gut verpackte Kritik? Und da ein Feedback lege artis sowieso nur auf Wunsch erfolgt - wo ist das Problem? Warum dem Fragenden keine Entwicklungsmöglichkeiten - privat wie beruflich - durch ein nachdenklich machenden Impuls geben? Und was hat Chef sein mit dem angeblich wünschenswert fehlenden Wunsch nach einem Feedback zu tun? Sie können nicht nicht kommunizieren - wie wollen Sie dann nicht kritisieren können? Charmant: die letzen beiden Sätze. Dumm nur, wenn der Kündigungsschutz sie obsolet werden lässt. Sie sind Autorin? Dann verhalten Sie sich auch so und werden Ihrer Rolle gerecht: spannende Ideen interessant präsentieren, schlüssig zusammenfassen und im Zweifelsfall auch nicht schreiben. Und hören Sie auf, andere mit einer Bitte um (kritische?) Blogkommentare zu verwirren.

P. Kocmann


Dorothee Echter zu Kommentar 1:

Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Kommentare! Die besten Entwicklungsmöglichkeiten gebe ich einer Managerin, einem Manager, wenn ich ihn oder sie lobe und ermutige. Das befeuert die Phantasie, den Mut, gibt Selbstvertrauen, und es korrigiert sogar Verhalten! Der Idealisierung folgt in der Regel das positive Verhalten. Der Kritik folgt in der Regel die Verunsicherung, egal, wie elegant sie als "konstruktives Feedback" verkleidet ist. Es gibt heute nicht zu wenig Kritik in den Unternehmen, sondern zu wenig Wertschätzung. Führungspersonen stehen permanent unter Kritik, sie haben gelernt, mit Kritik zu leben. Aber gutes Leadership hat sich daraus in Generationen von 360-Grad-Feedbacks, Mitarbeiterbefragungen, Leistungsbeurteilungsgesprächen, Assessment Centers etc. nicht entwickelt. Sogar wenn jemand sich Kritik wünscht, um mehr Kontrolle zu erlangen oder sich zu verbessern, so hat sie dennoch diese negativen Auswirkungen und führt im Management in den seltensten Fällen zu Verbesserungen. Das ist der Grund, warum ein Chef nicht nach Feedback fragen sollte. Es gibt so viele gute, orientierende, energetisierende, menschlich wertschätzende Interventionen und Rituale, aus denen er wählen kann und mit denen er steuern kann - warum kritisieren? Wenn Chefs über ihre persönlichen, ernst gemeinten Werte und Anliegen sprechen, erzeugen sie sofort Resonanz, und zwar positive.


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