Frauen im Top-Management? So macht es Porsche

Diversität in einstiger Männerbastion:

Von Helene Endres
23. Februar 2017
Porsche-Produktion im Werk Zuffenhausen.
Porsche

Porsche-Produktion im Werk Zuffenhausen.

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Strategie


Unternehmen führen in unruhigen Zeiten - eine Anleitung für Manager


An Change-Prozessen kann man verzweifeln, man kann sich verzetteln, Ausreden finden, die Umstände verantwortlich machen. Oder man kann sich an eine Strategie halten. Ein großes Ziel vorgeben, gemeinsam starten, motivieren, durch- und nachhalten. Und damit fast Unmögliches möglich machen.

Zum Beispiel in der Automobilindustrie. Stellen Sie sich vor, Sie wären bei Porsche im Topmanagement und sollten den Frauenanteil erhöhen, am besten gleich um 50 Prozent. Mit weiblichen Führungskräften, die es im technischen Bereich ja angeblich gar nicht gibt. Und Männern, die sehr schnell angefasst reagieren, wenn sie das Wort Quote hören.

Natürlich: Diversity an sich ist nicht neu, und auch die Personaler beim Autobauer Porsche wünschten sich seit Jahren mehr weibliche Mitarbeiter. Doch es blieb bei Einzelmaßnahmen, die Strategie fehlte, das Bekenntnis von oben. Ex-Porsche-Chef und Übervater Wendelin Wiedeking stand für vieles, aber nicht unbedingt für Frauen im Management.

"Der Frauenanteil in den Führungspositionen dümpelte all die Jahre vor sich hin", so Konstanze Marinoff, die Leiterin des Personalmarketings.

Dann wechselte der Vorstand bei Porsche, die Generation Wiedeking trat ab, mit den neuen Führungskräften zog ein anderes Rollenverständnis ein. Gleichzeitig wuchs der Druck von außen: Heute ist Diversity Pflicht.

Doch während andere Firmen bereits LGBT-Netzwerke für ihre homo-, bi- oder transsexuellen Mitarbeiter gründeten, war bei Porsche noch nicht einmal das Thema Frau angekommen. Das schreckte weibliche Bewerber ab. Eine fatale Entwicklung im Kampf um Fachkräfte. "Wir wollen die Besten bei Porsche haben. Da wäre es fahrlässig, sich nicht verstärkt um die Frauen zu kümmern", so Personalvorstand Andreas Haffner.

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